Henning Hoesch, Jahrgang 1940, gab seine wissenschaftliche Laufbahn als Historiker in Yale auf, um sich ab 1972 als Pionier dem ökologischen Land- und Weinbau auf der Domaine Richeaume zu widmen.
Ganzheitliches Denken, natürliche Weinbereitung und biologischer Anbau sind ihm dabei genauso wichtig wie die Qualität seiner Weine. Ökologie und Spitzenqualität schließen sich für Hoesch nicht aus, sondern bedingen einander.
Hoesch ist Individualist aus Überzeugung, dem selbst bestimmte Ziele wichtiger sind als vordefinierte Ideale, Utopien oder Dogmen. Seine unbeirrbare Eigenständigkeit ist wohl auch der Grund für die Unverwechselbarkeit seiner Weine, die zum Teil jenseits der oft einschränkenden Regeln der AOC (Appellation d’origine contrôlée) erzeugt werden.
Sein Sohn Sylvain Hoesch, Jahrgang 1970, ist seit 2001 ebenfalls mit großer Begeisterung im Weingut aktiv. Schon früh sammelte er Erfahrungen bei renommierten Weingütern in Kalifornien und Australien, nachdem er in Marseille Önologie studiert hatte. Heute führt er das Weingut mit unvermindert hohem Anspruch an die Qualität der Weine.
Sylvan teilt mit seinem Vater aber nicht nur die Leidenschaft für den ökologischen Spitzenweinbau, sondern ebenso den ausgeprägten Eigensinn: Schließlich gibt es wohl nicht so viele studierte Önologen auf der Welt, die American Football in der Profi-Liga spielen.
Auch bei den Mitarbeitern arbeiten Menschen verschiedener Herkunft nebeneinander, gestandene Bauern der Provence, polnische Landarbeiter oder Studenten deutscher Weinbaufachschulen. So können erfahrene Landarbeiter, die zum Teil bereits seit Jahrzehnten auf dem Gut tätig sind, ihr Praxiswissen mit den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen durch den Austausch mit Önologiestudenten ergänzen, die in der Kellerei helfen.