Das für den Weinbau wichtigste Gebäude auf der Domaine Richeaume ist die Kellerei. Sie liegt ganz in der Obhut von Sylvain Hoesch. Und so natürlich wie der Weinanbau erfolgt, so wird auch in der Kellerei nach rein natürlichen Methoden gearbeitet, die ohne önologische Zusatzprodukte auskommen. Die Schonung des kostbaren Traubengutes ist das oberste Prinzip.
Vom Rebberg wird die Ernte unmittelbar in kleinen Transportwagen auf das Dach oberhalb des Gärtanks gebracht. Von dort gelangen die unversehrten Trauben ohne Pumpe direkt durch eine Öffnung in den Gärtank. Dieser ist mit Kohlensäure gefüllt, die vom gärenden Most im Nachbartank abgefangen wurde. So wird unerwünschte Oxidation des Traubengutes vor der Gärung verhindert.
In Edelstahltanks wird die Maische anschliessend nach Sorten getrennt vergoren. Und zwar ausschliesslich mit den natürlichen Hefen, die an den Beerenoberflächen haften. In der ersten Gärphase wird die Maische mindestens zwei mal täglich umgewälzt, um eine maximale Extraktion der Tannine zu gewährleisten. In neuen kleinen Barriquefässern werden die Weine bis zu 18 Monate ausgebaut.
Auch die Kellerei ist in ein natürliches Regelkreissystem eingebunden: Sonnenkollektoren liefern die notwendige Wärme für einen optimalen Gärverlauf, so dass die Weine durchgegoren und biologisch stabilisiert sind. Über dem Fasskeller sorgt ein 15 Zentimeter tiefes Wasserbecken, aus eigener Quelle gespeist, für eine konstante Kellertemperatur von 14 Grad.
Peinliche Sorgfalt und Sauberkeit bei jeder Kellerarbeit garantieren eine gesunde Entwicklung des jungen Weines. Deshalb erfolgt auch nur eine minimale Schwefelung der Weine, die sich auch aus der Konservierung des leeren Holzfaßes ergibt.
Das Ergebnis sind natürliche Spitzenweine - vom Rebberg bis in die Flasche kontrolliert.