ÖKOLOGISCHER LANDBAU AUF DER
DOMAINE RICHEAUME

Sprechertext aus dem ARTE-FILM "Natur Pur" (2000)

Die Römer verbreiteten den Anbau der Olivenbäume in ihrem ganzen Reich. Schließlich glaubten sie, dass Olivenöl und Wein ein langes Leben bescheren. Heute wissen wir, dass Rotwein und Olivenöl – in der richtigen Dosierung – tatsächlich gegen Herz- und Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen können. Ist es deshalb nicht umso wichtiger, diese Grundlebensmittel rein zu halten, ohne chemische Zusatzstoffe?

Zu den Regeln des biologischen Landbaus gehört ein geschlossener Nährstoffkreislauf. Das bedeutet, dass auf den Feldern nur natürlicher Dünger ausgebracht werden darf. Deshalb ist diese Wirtschaftsweise meist mit Tierhaltung verbunden. Die Schafe auf dem Gut Richaume leben im offenen Stall oder auf Bergwiesen, sind also natürlichen Klimareizen ausgesetzt.

Die Größe der Herde richtet sich nach der Futtermenge, die der eigene Anbau hergibt. Denn Ackerbau, Tierzucht, Oliven und Weinanbau bilden eine Einheit. Ihre Produkte ergänzen einander. Durch die Mischkultur gibt es immer Felder, die mit einer Zwischenfrucht bepflanzt sind. Diese dient als Tierfutter. Getreideanbau liefert das nötige Stroh. Die Tiere ihrerseits sorgen für den wertvollen Mist, der als natürlicher Dünger wiederum dem Boden nützt. Der Schafdung wird jedoch nicht als Mist und Jauche auf den Feldern ausgebracht, sondern erst kompostiert, zusammen mit Stroh und Trester, dem Abfallprodukt der Weintraube.

Henning Hoesch: „Erstmal die Bedeckung, den Schutz des kostbaren Kompostes freilegen. Und dann etwas in der Tiefe suchen, wo der frische Kompost, der mittlerweile acht Monate alt ist, liegt. Das ist also eine Masse, die aus Schafsmist entstanden ist und heute wie Erde riecht, und voller Mikroorganismen ist, die im Boden ihre Wirkung tun.“

Biologischer Landbau bedeutet in erster Linie Bodenpflege. Intensive Nutzung und das Streben nach maximalen Erträgen lassen sich mit dieser Art der Agrikultur nicht vereinen. Aber der circulus virtiosus von künstlicher Düngung und immer neuen Generationen von Schädlingen und der entsprechenden Schädlingsbekämpfung kann nur durch ein neues Verständnis der natürlichen Kreisläufe unterbrochen werden.